WER ICH BIN

Helmut Oberer

Langjähriger Kameramann — seit über 20 Jahren hinter der Kamera.

Ich bin seit mehr als 20 Jahren als Kameramann tätig, mit Schwerpunkt auf Event- und Hochzeitsfilmen. In dieser Zeit habe ich unzählige Feiern, Feste und besondere Momente festgehalten — und dabei gelernt, worauf es wirklich ankommt, wenn Bild und Ton auch unter Zeitdruck und wechselnden Bedingungen stimmen müssen.

filmen.at ist mein Ort, um dieses Wissen weiterzugeben — an alle, die mit dem Smartphone bessere Videos drehen wollen, egal ob für die eigene Hochzeit, den nächsten Ausflug oder den ersten Social-Media-Clip.

Filmratgeber fürs Smartphone

Jeder kann filmen. Man muss nur anfangen.

Du brauchst keine teure Kamera für gute Videos — dein Smartphone reicht. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie Licht, Ton und Bildausschnitt zusammenspielen, mit konkreten Kniffen für iPhone und Samsung Galaxy sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die häufigsten Situationen.

6Grundlagen
2Geräte im Detail
4Anleitungen
1Checkliste
FÜR ANFÄNGER

Dein erstes Video wird nicht perfekt — und das ist in Ordnung. Jede Filmemacherin und jeder Filmemacher hat mit einem wackligen, zu dunklen oder zu leisen Video angefangen. Der einzige Unterschied zwischen Anfänger und Profi ist die Anzahl der gedrehten Videos. Also: Handy raus, und los.

01 — GRUNDLAGEN

Die sechs Bausteine jedes guten Videos

Egal welches Gerät du benutzt: Diese Grundprinzipien entscheiden darüber, ob ein Video professionell wirkt oder amateurhaft.

Licht

  • Tageslicht nutzen, am schönsten in der goldenen Stunde.
  • Licht von vorne oder seitlich, nie grelles Gegenlicht.
  • Ein Fenster ist eine kostenlose Softbox — 45°-Winkel zum Motiv.
  • Keine Lichtquellen mischen, das erzeugt Farbstiche.

Ton

  • Ton wiegt schwerer als Bild — schlechter Ton wird nicht verziehen.
  • Mikrofon so nah wie möglich an der sprechenden Person.
  • Externes Mikro schlägt fast immer das eingebaute.
  • Windschutz bei Außenaufnahmen verwenden.

Stabilität

  • Beide Hände nutzen, Ellbogen eng am Körper.
  • Stativ oder Gimbal für längere Aufnahmen.
  • Beim Gehen in den Knien leicht federn.
  • Digitalzoom vermeiden — lieber näher hingehen.

Bildausschnitt

  • Drittel-Regel: Motiv auf die Rasterpunkte setzen.
  • Führungslinien lenken den Blick ins Bild.
  • Der Blickrichtung mehr Raum lassen als dem Hinterkopf.
  • Ein Vordergrundelement schafft Bildtiefe.

Belichtung

  • Aufs Motiv tippen, um Fokus und Belichtung zu setzen.
  • Nicht ins Licht filmen, Motiv zur Lichtquelle drehen.
  • Lieber leicht unter- als überbelichten.
  • Bei wechselndem Licht Belichtung manuell sperren.

Ideen

  • Drei Sätze vorab klären: Wer, was, warum interessant.
  • Eine kurze Shotlist ersetzt ein aufwendiges Storyboard.
  • Abwechslung: Totale, Halbtotale, Nahaufnahme, Detail.
  • Immer zusätzliches B-Roll-Material mitdrehen.
iPhone
Gitternetz

In den Kamera-Einstellungen aktivieren — Grundlage für die Drittel-Regel.

AE/AF-Sperre

Aufs Bild tippen und halten, bis „AE/AF-Sperre" erscheint. Danach Belichtung manuell über den Sonnen-Regler steuern, ohne Sprünge beim Schwenken.

Kino-Modus

Ab iPhone 13: automatischer Schärfentiefe-Effekt mit unscharfem Hintergrund, ideal für Interviews.

Action-Modus

Ab iPhone 12: starke Bewegungsausgleichung, beschneidet aber den Bildwinkel und braucht viel Licht.

Format & Auflösung

1080p bei 30 fps reicht für die meisten Zwecke. 4K/60fps ist schärfer, braucht aber viel Speicherplatz.

Externes Mikro

Per Lightning- oder USB-C-Adapter direkt an Kamera-App oder Filmic Pro anschließen.

Samsung Galaxy
Pro-Modus

Volle manuelle Kontrolle über ISO, Verschlusszeit, Fokus und Weißabgleich — der wichtigste Hebel für konsistente Qualität.

ISO niedrig halten

Möglichst unter 800, um Bildrauschen zu vermeiden. Lieber Verschlusszeit anpassen oder mehr Licht nutzen.

Verschlusszeit

Faustregel: doppelt so schnell wie die Bildrate — bei 30 fps also etwa 1/60 Sekunde.

Super Steady

Starke Stabilisierung für Bewegungsaufnahmen, ähnlich dem Action-Modus des iPhones.

Fokus-Peaking

Bei Galaxy-S-Ultra-Modellen im Pro-Modus: markiert scharfe Kanten farbig für exakten Fokus.

USB-C-Mikro

Viele Galaxy-Geräte nehmen USB-C-Mikrofone direkt an, ganz ohne Adapter.

02 — ANLEITUNGEN

Konkrete Situationen, Schritt für Schritt

Vier Situationen, die dir garantiert begegnen — und wie du sie sauber löst.

Interviews filmen

20 Min. Setup
  1. 1

    Person leicht seitlich zur Kamera setzen, Blick knapp neben das Objektiv zur interviewenden Person.

  2. 2

    Hauptlicht im 45°-Winkel vor der Person — Fenster oder Lampe, kein Licht direkt von oben.

  3. 3

    Mikrofon knapp außerhalb des Bildausschnitts anbringen, vorab mit Testsätzen prüfen.

  4. 4

    Abstand zwischen Person und Hintergrund schafft Tiefe und vermeidet einen flachen Look.

  5. 5

    Offene Fragen stellen, um ganze Sätze bitten statt Ja/Nein-Antworten zu provozieren.

  6. 6

    Nach jeder Antwort 2–3 Sekunden weiterlaufen lassen — erleichtert den Schnitt enorm.

Ruhige Kamerabewegungen

Ohne Gimbal machbar
  1. 1

    Handy mit beiden Händen halten, Arme eng am Körper.

  2. 2

    Beim Gehen die Fußsohle abrollen und in den Knien leicht federn.

  3. 3

    Schwenks langsam und konstant, Anfang und Ende jeweils kurz stillhalten.

  4. 4

    Ein Riemen mit Gegenzug wirkt als einfacher Behelfs-Stabilisator.

  5. 5

    Statt digital zu zoomen, sich dem Motiv physisch nähern.

Filmen bei wenig Licht

Abende, Innenräume
  1. 1

    ISO so niedrig wie möglich halten, lieber Verschlusszeit verlängern (Stativ nötig).

  2. 2

    Zusätzliche Lichtquelle mitbringen — ein kleines LED-Panel reicht oft schon.

  3. 3

    Bewegung im Bild reduzieren, sowohl beim Motiv als auch bei der Kamera.

  4. 4

    Belichtung und ISO manuell sperren, damit das Bild nicht sichtbar pumpt.

  5. 5

    Leichtes Rauschen ist in Ordnung — starkes digitales Aufhellen im Schnitt vermeiden.

Hochformat-Videos

Reels, Stories, Shorts
  1. 1

    Von Anfang an fürs Hochformat planen statt nachträglich zuzuschneiden.

  2. 2

    Motiv zentraler und etwas höher platzieren, da seitlich weniger Raum bleibt.

  3. 3

    Platz für Untertitel einplanen — oberes und unteres Drittel wird oft verdeckt.

  4. 4

    Bei mehreren Personen enger zusammenrücken oder nacheinander zeigen.

  5. 5

    Kamera exakt senkrecht halten — Kippungen fallen im Hochformat stärker auf.

MUT

Das erste Video wird nie perfekt — und muss es auch nicht sein. Lieber unperfekt veröffentlichen als perfekt in der Schublade liegen lassen. Zeig deine eigene Perspektive, statt andere zu kopieren.

ZUSATZTIPPS

Schnitt, Raumton, Farben, Authentizität, Mut

Schnitt

Im Moment der Bewegung schneiden. Jump Cuts bewusst einsetzen. Musik immer leiser als die Sprache.

Raumton

An jedem Ort 20–30 Sekunden reinen Raumton aufnehmen — überbrückt Tonlöcher im Schnitt.

Farben

Weißabgleich manuell setzen, konsistenten Look pro Szene halten, dezent statt übersättigt.

Authentizität

Kleine Fehler und echte Reaktionen wirken glaubwürdiger als gestellte Situationen.

Mut

Jedes gedrehte Video ist besser als das vorherige. Einfach anfangen.

03 — VIDEOSCHNITT

Aus Rohmaterial wird ein Video

Der beste Dreh bringt wenig, wenn der Schnitt das Material nicht trägt. Hier sind die Grundlagen — und die Tipps, die den Unterschied zwischen amateurhaft und rund ausmachen.

Schnittarten

  • Hard Cut: der direkte, harte Wechsel — in den meisten Fällen die richtige, unauffällige Wahl.
  • Jump Cut: bewusster Sprung im selben Bild, typisch für Vlogs und Interviews mit Kürzungen.
  • L-Cut & J-Cut: der Ton läuft vor oder über den Bildwechsel hinweg — wirkt deutlich natürlicher als harte Ton-Bild-Wechsel.
  • Überblendungen sparsam einsetzen, nur für bewusste Zeitsprünge, nicht als Standardübergang.

Schnitttempo & Rhythmus

  • Tempo an den Inhalt anpassen — eine ruhige Doku verträgt lange Einstellungen, ein Reel nicht.
  • Im Takt der Musik schneiden, wenn Musik im Vordergrund steht.
  • Pausen bewusst stehen lassen statt jede Lücke wegzuschneiden.
  • Grundregel: lieber einen Schnitt zu früh als einen zu spät.

Übergänge

  • Die meisten vorgefertigten Übergänge (Wischer, Sterne, Blenden) wirken schnell unprofessionell.
  • Ein harter Schnitt ist fast immer die bessere, unauffälligere Wahl.
  • Ausnahme: ein klar erkennbarer Zeitsprung darf auch mal mit einer sanften Blende markiert werden.

Struktur & Reihenfolge

  • Starken Einstieg wählen — die ersten drei Sekunden entscheiden, ob weitergeschaut wird.
  • Roten Faden behalten: jede Einstellung sollte die vorherige weiterführen.
  • B-Roll gezielt einsetzen, um Schnitte zu kaschieren und Tempo zu variieren.

Programme & Apps

  • Mobil: CapCut, InShot oder iMovie reichen für die meisten Projekte völlig aus.
  • Am Rechner: DaVinci Resolve ist kostenlos und professionell, Premiere Rush ein einfacherer Einstieg.
  • Das beste Programm ist das, das du tatsächlich benutzt — nicht das mit den meisten Funktionen.

Export & Formate

  • Auflösung und Bitrate am Zielmedium ausrichten — für Social Media reicht oft weniger, als man denkt.
  • Dateigröße im Blick behalten, besonders bei Versand oder Upload-Limits.
  • Untertitel wenn möglich fix einbrennen, da viele Plattformen sie sonst nicht zuverlässig anzeigen.
TIPPS

Nützliche Tipps für den Feinschliff

Erst grob, dann fein

Zuerst einen Rohschnitt aus dem besten Material bauen, danach erst verfeinern — spart Zeit und behält den Überblick.

Cut on Action

Im Moment der Bewegung schneiden lässt Übergänge nahtlos wirken, statt dass der Schnitt selbst auffällt.

Zwischenstände sichern

Projektdateien regelmäßig als Version speichern — ein misslungener Export darf nie die einzige Kopie sein.

Ton zuerst, dann Bild

Beim Feinschnitt zuerst den Ton sauber ziehen und ausbalancieren, das Bild folgt danach leichter dem Rhythmus.

Weniger ist mehr

Nicht jeder Effekt, Filter oder Übergang, der verfügbar ist, muss auch verwendet werden.

Feedback einholen

Vor der Veröffentlichung einer Person zeigen, die das Thema nicht kennt — Verwirrung fällt ihr sofort auf.

04 — KURS

Vom ersten Klick zum sicheren Auge

Ein kompletter Film- und Fotografie-Kurs in acht Modulen — vom Verstehen der Bildsprache bis zum fertigen, geschnittenen Projekt. Jedes Modul baut auf dem vorherigen auf, lässt sich aber auch einzeln durcharbeiten.

8 Module 32 Lektionen Film & Fotografie
1

Bildsprache

4 Lektionen
1.1
Die Grammatik der Einstellungsgrößen

Totale, Halbtotale, Nahaufnahme, Detail — und wann welche Einstellung eine Szene erzählt statt sie nur zu zeigen.

1.2
Die Drittel-Regel in Bewegung

Kadrierung, die mitdenkt: Motive so platzieren, dass sie auch bei Bewegung im Bild funktionieren.

1.3
Führungslinien und Tiefe

Den Blick der Zuschauer lenken statt nur etwas ins Bild zu stellen.

1.4
Perspektive als Erzählmittel

Augenhöhe, Vogel- und Froschperspektive — welche Wirkung jede Perspektive auf die Aussage einer Szene hat.

2

Licht gestalten

4 Lektionen
2.1
Lichtqualität verstehen

Hartes vs. weiches Licht — und wie du erkennst, was zu deiner Szene passt.

2.2
Tageslicht als Werkzeug

Goldene Stunde und das Fenster als kostenlose Softbox gezielt nutzen.

2.3
Kunstlicht ohne Studio

Eine einzige Lampe reicht, wenn man weiß, wo sie stehen muss.

2.4
Lichtstimmungen erzeugen

Warm, kühl, dramatisch — Lichtfarbe und -richtung als Stimmungsträger einsetzen.

3

Ton & Atmosphäre

4 Lektionen
3.1
Warum Ton über Bild entscheidet

Warum Zuschauer schlechten Ton weniger verzeihen als ein wackliges Bild.

3.2
Mikrofonarten im Überblick

Ansteck-, Richt- und Kameramikrofon — welches wann die richtige Wahl ist.

3.3
Raumton und Atmo richtig einsetzen

Wie 20 Sekunden Stille am Set später jeden Schnitt retten.

3.4
Störgeräusche erkennen

Kühlschrank, Klimaanlage, Verkehr — Nebengeräusche aufspüren, bevor sie zum Problem werden.

4

Kamera & Technik

4 Lektionen
4.1
Stabilität ohne teures Equipment

Ruhige Bilder mit Handhaltung, Ablagefläche oder einfachem Behelfs-Stabilisator.

4.2
iPhone- und Galaxy-Einstellungen, die wirklich helfen

Die Funktionen aus den Grundlagen dieser Seite im Kontext eines echten Drehs anwenden.

4.3
Belichtung und Fokus manuell sperren

Kontrolle übernehmen, statt der Automatik bei wechselndem Licht auszuliefern.

4.4
Formate und Auflösung richtig wählen

Wann 1080p reicht und wann sich 4K wirklich lohnt.

5

Foto-Grundlagen

4 Lektionen · Fotografie
5.1
Das Belichtungsdreieck

ISO, Blende und Verschlusszeit im Zusammenspiel verstehen — die Basis jeder bewussten Aufnahme.

5.2
Blende und Schärfentiefe

Hintergründe gezielt unscharf stellen und Motive freistellen.

5.3
Verschlusszeit bewusst einsetzen

Bewegung einfrieren oder als Unschärfe sichtbar machen — je nach gewünschter Wirkung.

5.4
ISO richtig wählen

Bildrauschen vermeiden, ohne bei wenig Licht zu dunkle Fotos zu riskieren.

6

Bildkomposition in der Fotografie

4 Lektionen · Fotografie
6.1
Drittel-Regel und goldener Schnitt

Zwei klassische Kompositionsprinzipien und wann sich ein bewusster Regelbruch lohnt.

6.2
Porträtfotografie

Blickrichtung, Fokus aufs Auge und die richtige Hintergrundwahl für ausdrucksstarke Porträts.

6.3
Perspektivwechsel für stärkere Fotos

Wie ein einfacher Standortwechsel ein gewöhnliches Motiv in ein starkes Foto verwandelt.

6.4
Vom Schnappschuss zum bewussten Bild

Die drei Fragen, die du dir vor jedem Auslösen stellen solltest.

7

Schnitt & Postproduktion

4 Lektionen
7.1
Rohmaterial sichten und sortieren

Ordnung im Material schaffen, bevor der eigentliche Schnitt beginnt.

7.2
Schnitttechniken

Cut on Action, Jump Cuts und Schnittrhythmus gezielt einsetzen.

7.3
Farbkorrektur

Einen konsistenten Look über alle Clips einer Szene herstellen.

7.4
Musik, Sounddesign und Lautstärke-Balance

Musik unter die Sprache legen, ohne dass etwas untergeht.

8

Eigene Projekte umsetzen

4 Lektionen
8.1
Von der Idee zum Drei-Satz-Konzept

Wer, was, warum — die Basis für jedes eigene Projekt in drei Sätzen festhalten.

8.2
Shotlist und B-Roll planen

Den Dreh vorbereiten, statt vor Ort zu improvisieren.

8.3
Ein eigenes Kurzprojekt drehen und schneiden

Das gesamte Gelernte in einem kleinen, abgeschlossenen Projekt anwenden.

8.4
Feedback einholen und weiterlernen

Wie du ehrliches Feedback bekommst und es für das nächste Projekt nutzt.

DEIN NÄCHSTER SCHRITT

Du musst nicht alle acht Module an einem Stück durcharbeiten. Ein Modul, ein eigenes kleines Projekt, dann das nächste — so bleibt das Gelernte hängen, und du siehst deinen Fortschritt in echten Ergebnissen statt nur in Häkchen.

05 — CHECKLISTE

Bereit für den Dreh?

Vier Bereiche, die du vor jedem Dreh kurz durchgehen solltest.

0 / 0 erledigt
Bereit. Kamera läuft. Alles abgehakt — drück auf Aufnahme.
06 — VIDEOBEWERBUNG

Mit Video bewerben statt nur mit Papier

Ein gutes Bewerbungsvideo dauert 60 bis 90 Sekunden und kann mehr über dich zeigen als drei Seiten Lebenslauf. Hier erfährst du, warum sich das lohnt und wie du es richtig anstellst.

Warum ein Bewerbungsvideo?

  • Ein Lebenslauf zeigt Fakten, ein Video zeigt Persönlichkeit, Ausstrahlung und Kommunikationsfähigkeit.
  • Du hebst dich sofort von der Masse ab — die meisten Bewerbungen sind noch immer reines Papier.
  • Besonders wirksam bei Jobs mit Kundenkontakt, im Verkauf, in kreativen Berufen oder bei Ausbildungsplätzen.
  • Ein Video zeigt Eigeninitiative und Mut — genau die Eigenschaften, die viele Arbeitgeber suchen.
  • Personaler erinnern sich an Gesichter und Stimmen länger als an Textzeilen.

Wann es besonders passt

  • Wenn die Stellenanzeige ausdrücklich danach fragt oder es ausdrücklich erlaubt.
  • Bei Branchen, in denen Auftreten Teil des Jobs ist: Gastronomie, Verkauf, Service, Medien.
  • Bei Quereinstieg oder Berufswechsel, wenn Motivation mehr zählt als der Lebenslauf.
  • Als Ergänzung zur klassischen Bewerbung, nicht als Ersatz — außer explizit gewünscht.

So gehst du vor

60–90 Sekunden
  1. 1

    Kurz halten: 60 bis 90 Sekunden reichen völlig — niemand schaut sich ein fünfminütiges Bewerbungsvideo bis zum Ende an.

  2. 2

    Groben Ablauf vorbereiten, nicht auswendig lernen: Wer bist du, was kannst du, warum genau dieses Unternehmen, zum Schluss ein klarer Abschluss mit Kontaktangabe.

  3. 3

    Technik nach den Grundlagen dieser Seite: gutes Licht von vorne (Fensterlicht reicht), ruhiger Ort für sauberen Ton, Handy auf Stativ oder fest abgestellt für ein ruhiges Bild.

  4. 4

    Aufgeräumten, neutralen Hintergrund wählen, der zur Branche passt — kein unaufgeräumtes Zimmer im Bild.

  5. 5

    Bildausschnitt als Halbnahe: Kopf und Oberkörper sichtbar, Blick direkt in die Linse, nicht auf den eigenen Bildschirm.

  6. 6

    Ruhig mehrere Takes aufnehmen und den natürlichsten auswählen — abgelesene Texte wirken fast immer steif.

  7. 7

    Untertitel einfügen: Viele schauen Videos ohne Ton, gerade am Handy und in offenen Büros.

Kleidung

Angemessen zur Branche wählen, aber authentisch bleiben — bei einer lockeren Stelle wirkt Anzug schnell aufgesetzt.

Authentizität

Auch hier gilt: lieber echt und mit kleinen Ecken als perfekt und auswendig gelernt. Ein Lächeln überzeugt mehr als jede Formulierung.

Format

Vorgaben des Unternehmens zu Länge und Dateiformat unbedingt einhalten, falls welche genannt sind.

Gegenlesen lassen

Video vor dem Versenden einer Person zeigen, der du vertraust, und um ehrliches Feedback bitten.

Begleittext

Kurze, fehlerfreie Nachricht zum Video mitschicken — das Video ergänzt die Bewerbung, ersetzt aber selten alle Unterlagen.

Abschluss

Am Ende klar sagen, wie man dich erreicht und dass du dich auf eine Rückmeldung freust.